Modem Optimierung :
-
Interessant für eine Optimierung sind die Befehle "coding" und "tx_pwr" im ADSL-Menü.
Coding gain ist der erwartete Gewinn (in dB) zwischen einer Trellis (TC) oder Reed-Solomon (RS) Codierung und einer uncodierten Übertragung bei gleicher Bitfehlerrate (BER).
Coding gain wird beim Synchronisationsvorgang als Hilfe zur Bestimmung der "downstream connect rate" benutzt.
Je grösser der Wert desto aggressiver (höher) werden die Raten ausgehandelt.
In der Praxis zeigt sich das man durch manuell höher eingestellte "coding" Werte eine höhere Downstreamrate zu Ungunsten einer fehlerfreien Übertragung erreicht.
Mit "tx_pwr" kann man die Sendeleistungsdämpfung in dB einstellen. Mehr dB bedeutet weniger Sendeleistung!
In der Regel erreicht man durch höhere tx_pwr Werte eine Verbesserung des Downstreams auf Kosten des Upstreams.
-
Beim Xavi7000 sind z.B. folgende Werte möglich:
- coding "0" bis "7" dB oder "auto"
Beispiel: adsl> coding 5 konfiguriert coding gain auf 5dB
- tx_pwr "0" bis "12" dB
Beispiel: adsl> tx_pwr 9 setzt die Sendeleistungsdämpfung auf 9dB
-
Probieren Sie verschiedene "coding" und "tx_pwr" Einstellungen einfach mal aus.
- Für schlechte Leitungen haben sich folgende Werte als probierenswert herauskristallisiert:
- "coding" um die 6dB und "tx_pwr" um die 7dB (Xavi7000)
- oder "coding" um die 6dB und "tx_pwr" um die 5dB (Xavi7001).
- Wer Wert auf möglichst hohen Upstream legt, sollte zuerst bei "tx_pwr 0" (coding auto) anfangen und mit "tx_pwr" langsam höher gehen bis sich der Upstream von seinem maximal Wert verabschiedet.
Mit dem Befehl "startup" können Sie das Modem neu synchronisieren lassen um
danach mit dem Befehl "status" zu sehen was Ihre Einstellungen gebracht haben.
Sollte die Verbindung zum DSLAM öfters getrennt werden (Loss of Signal) lohnt es sich die Einstellung "coding auto" und "trellis enable" mit unterschiedlichen "tx_pwr"-Werten auszuprobieren.
Durch das Trellis-Verfahren kann die Verbindung bei gleicher Bandbreite wesentlich stabiler werden. Trellis-Codierung optimiert die Güte der Codierung (Coding) durch Fehlerkorrektur (Forward Error Correction), Verminderung des Rauschabstandes und durch höhere Datendichte im Frequenzbereich.
Ob Trellis vom DSLAM unterstützt wird oder nicht sieht man nach erfolgreicher Synchronisation im ADSL-Menü unter "adsl> status".
Eine allgemeingültige Empfehlung über optimale Werte oder deren Kombination gibt es nicht.
Jeder muss für seine Leitung die "optimalen" Einstellungen selbst finden.
- Sollten Sie irgendwann einmal Ihre optimalen Werte gefunden haben,
gehen Sie mit dem Befehl "home" zurück ins Hauptmenü und geben den Befehl "save" ein.
Nun sind Ihre Einstellungen auch nach einer Trennung vom Stromnetz fest gespeichert.
- Falls Ihre Konfigurationen keine Verbesserungen bringen dann
stellen Sie einfach alles wieder auf die ursprünglichen Einstellungen zurück.
So wie Sie es sich vorher notiert hatten ;-)
- Übrigens: Sie brauchen sich nicht "auszuloggen" wenn Sie im Command Line Interface unterwegs sind.
Das Verbindungskabel kann jederzeit abgezogen werden.
-
Man kann auch mal folgendes probieren: Schliessen Sie während des Sync.-Vorgangs
keine zusätzlichen Geräte (Telefon/FAX) an den Splitter/Starterbox.
Dadurch könnten die Dämpfungswerte der Leitung nocheinmal verbessert werden.
Wenn Sie Erfolg haben, stimmt etwas mit ihrem Splitter oder Telefon/FAX Geräten nicht.
Aber auch verschmutzte Stecker oder defekte Kabel können eine Ursache für Störungen sein.
Wie findet man nun diese Wackler ? Es ist ganz einfach.
Heben Sie den Hörer vom Telefon. Nun schütteln oder biegen Sie leicht alle Kabel und Stecker. Sollten dabei knackende Geräusche im Freizeichen zu hören sein dann ist dies nicht normal.
Wichtig! Auch Wackelkontakte auf "ISDN-Seite" beeinflussen das DSL-Signal.
Eine weitere Fehlerquelle könnten schlecht gefilterte Netzteile in Ihrem Stromnetz darstellen (z.B PC-Netzteile).
Um dies auszuschließen, trennen Sie am besten alle Geräte in ihrem Haushalt vom Netz (auch alle PCs).
Danach lassen Sie das Modem synchronisieren. Nun schalten Sie alle Geräte der Reihe nach wieder ein und beobachten dabei aufmerksam die rote ALM-Lampe vom Modem.
Sollte die ALM-Lampe leuchten oder sogar das Modem die WAN-Verbindung verlieren, dann können Sie sicher sein das dieses entsprechende Gerät Störungen ins Stromnetz aussendet.
Diese Störungen werden über das Modem-Netzteil ungefiltert ins Modem geleitet! Abhilfe schafft da nur ein guter Netzfilter/Entstörfilter, den Sie vor das entsprechende Gerät schalten.
Dieser dämpft die Störfrequenzen jenseits von 100Hz.
Beispiel eines fehlenden EMI/RFI-Filter in einem PC ATX-Netzteil:
linkes Bild = EMI/RFI-Filter vorhanden  |  rechtes Bild = Filter-Schaltung fehlt !  
(zum Vergrössern aufs Bild klicken)
Weitere nützliche Tips und Infos über mögliche Störquellen:
Link1
Link2